Verlust

Ohnmächtig geballter Fäuste steh ich
in der Düsternis und fühle wie alles
Langsam, fühlbar mir entgleitet.

Umfangen von lang gemissten Schwingen
schlumm’re ich wieder im Schatten
unfähig zu zeigen mein Gesicht.

Milde Lächelnd Heuchle ich Wohl,
dass alles Gut, was ich bin und in mir
ist doch nur Verachtung und Zweifel.

Unruhig also streift das Biest
mit gefletschten Reißern im Käfig
und plötzlich weiß ich nicht mehr
Wohin mit dem frischen Wissen.

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Rosenbett

Frei vom Denken, erlöst von Zweifeln zucken meine Gedanken umher,
Frei und Chaotisch im Raum, Gedanken nur im Moment vernetzt
find ich mich umgeben von stählern Geflecht, das den Brustkorb mir schnürt.

Gebettet in Rosen, Schön anzusehen, aber oh, so Schmerzhaft, liege ich
gelähmt in der Blase, die bisher mich beschützt, genährt und geborgen
nun erschauernd unter leisen Zweifeln über den Zweck dieses Raums.

Düstere Wolken ziehen auf unter meinem Himmel, leise beflüstert vom Biest
das immer wieder, in tiefem Tonfall mir erklärt, was ich zu übersehen
scheine ich sooft Falsch zu liegen, ist mein Vertrauen übertrieben?

In mir selbst geflüchtet, eingefangen in Ketten, die mich nicht Fesseln
suche ich nach einem Ausweg, und sehe doch nur das Dickicht des Waldes
in dem ich Orientierungslos, mit einem Schritt nach dem andern Wander.

Düsterwald

Ich sitze im Wald, umgeben von Bäumen und betrachte jeden einzeln
jede Rinde, in Ihren Rillen, ihren Rissen, Ihren Wunden
auf jeder kann ich die Geschichte, Lesen, ertasten, und wenn es nur Worte sind

Aber auf einem Baum kann ich die Rinde nicht deuten,
Hilflos saß ich davor, schwankend zwischen Sicherheit und Zweifeln,
wie diese Rinde, dieser Baum zu empfinden, zu fühlen, zu Lesen und zu Tasten ist
voller Faszination betrachtet, voller Hunger gespürt, in trügerischer Ruhe aufgenommen

Fühl ich mich vergiftet durch Ranken, der Weide Ausläufer, entrissen der Wurzeln
die selbst ich Schlug, nicht mehr in der Lage, den Baum zu spüren
Taum’le ich Blind durch den Wald, Kopflos vor Angst, den Baum nicht mehr zu finden

und die Angst zerfrisst mir die Brust, infiziert mir den Kopf immer wieder aufs Neue
mit Gedanken, die Verzweifelt nach einem Grund suchen, warum ich nicht einfach Verstehen kann,
Warum und Was Wieso vor sich geht, von Unsicherheit umklammert
stehe ich Zitternd doch vor diesem Baum

Vakuum

Ich bin wieder allein
in Staubiger, Trostloser Wüste
unter ausdorrender Sonne ausgelaugt

Mit zitternd Händen flüchte ich in Schatten
die mich sacht Umarmen, einfangen
nachdem ich nur Ohnmächtig zusehen konnte

wie ein Vakuum geleert meine Brust
voll erstickender Häme, Bitterkeit
ersetzt durch gezischte Worte des Biests

das leise Triumphierend in mir Heult
Weinen will das Kind, das so Hoffnungsvoll
gewesen ist die Zeit, Herr über Zweifel

die sich doch wieder in den Schatten sammeln, stets bereit zu bestätigen und
jederzeit bereitwillig, das Vakuum zu füllen

Rubinklingen

In düster werdendem Raum stehe ich, erdrückend Schwül die Luft,
presst mir den Atem aus den Lungen, quetschend den Brustkorb, der zu brechen droht
und vor mir steht das kleine Biest, verdammt im Kern seiner Existenz

steht mit zu Klauen geformten Händen vor mir, Rubinklingen in meinen Augen
und betrachtet mich Keuchend, voller Wut, stumpfem Blick vor Häme
und brüllt mir, einem Sturm gleich, in die Ohren

Fragen ohne Antworten, Zweifel ohne Ende, Schlussfolgerungen ohne Schlüssel
Verdüsternd den Tag durch den Sumpfigen Nebel Finstrer Gedanken
will es mir zerreißen die Brust, brechen die Arme, zerschmettern das Rückgrat

So stehe ich, von Ohnmacht verzehrt in dieser Kammer
vor Blutroten Klauenklingen, erkaltet von Erkenntnis
mit rasendem Herzen auf der Suche nach Lösungen

Hohle Phrasen

Hohle Phrasen dreschen mir durch den Schädel, und mit gesenktem Blick
sitze ich, in schiefer Haltung, kraftlos und leer, und versuche zu Denken
Normal zu Denken, in geraden Bahnen, und kann nur zusehen, wie alles Schwankt

Trunken vor Verbissenheit verengt sich das Sichtfeld
dümmliche Fragen brüllen in der Brust, mit geballten Fäusten
und verbietend gepressten Lippen pressen die Stimmbänder

doch nur die Luft heraus, die schwerfällig nur geatmet, Verzweifelt
auf der Suche nach der Lösung für Probleme, die nicht greifbar
in Räumen, die nach außen hin so zerbrechlich werden

wie Kristallglas das Konstrukt, das so Zuversichtlich gebaut, ungewiss
ist die nahe liegende Zeit, die selbst kaum einsehbar, unverständlich
die nächsten Schritte, kaum vorstellbar, was vorstellbar

mit geschlossenen Augen unwillens, das eine oder das andere zu akzeptieren
doch die Ratlosigkeit, mit gesunkenen Armen, völlig verunsichert
das kleine Biest flüsternd, voller Häme auf sein Recht pocht

Nie

Und Worte hallen in mir selbst wider
werden gedreht, gewendet, getastet, besehen
und versinken langsam im Pool

aus Teer dieser See der Gedanken und Emotionen
Schwarz und Glatt wie Seide
Tückisch und tödlich wie Treibsand

Ein Korken in dieser Flasche,
den Samen in weicher Erde erstickend
Stehe ich in ergrauender Welt mit geballten Fäusten

Ohnmächtig zu verarbeiten, verängstigt zuzulassen
Weil zuviele Bilder rauschen, zuviele Lieder verzerren
Ist Ruhe gleich der Stille, die da Steht

und wartet