Todsünde

Ich erwache in den keimenden Tag
und spüre noch nichts von dem
Monster, das in seinem Käfig.

Schon lauernd mit gebleckten Zähnen
Mir unablässig entgegen brüllt
Was ich verzweifelt versuche
zu verstehen, diese Gedanken.

Gefährlich wirken die Schlüsse
die die Bestie zieht, verlockend
fast die Konsequenzen.

Doch was kann ich tun, gegen
das Argument der Faulheit
das jeden Fehler erklärte?

Brennende Finger

Mit offenen Augen seh ich dich
unbedarft vor mir liegen, in
untergehender Sonne Lichter.

Mit brennenden Fingern will ich
Erkunden was mir so lang so Fremd
im Land des sehnenden Schmerzes.

Mit Bissen will ich erklären, was Mein.
Mit Worten will ich umschmeicheln,
Was ich Seh, damit du Glaubst.

Glauben ist das, was mir dieser Tage
abgeht, wie anderen Wasser und Brot.

Träumst du noch davon?
Ich kann es nur noch Malen.

Verlust

Ohnmächtig geballter Fäuste steh ich
in der Düsternis und fühle wie alles
Langsam, fühlbar mir entgleitet.

Umfangen von lang gemissten Schwingen
schlumm’re ich wieder im Schatten
unfähig zu zeigen mein Gesicht.

Milde Lächelnd Heuchle ich Wohl,
dass alles Gut, was ich bin und in mir
ist doch nur Verachtung und Zweifel.

Unruhig also streift das Biest
mit gefletschten Reißern im Käfig
und plötzlich weiß ich nicht mehr
Wohin mit dem frischen Wissen.

Herzensbild

Herzen stehlen wollt‘ ich,
mit Liedern auf den Lippen gehen
neuen Morgen entgegen.

Lippen Blutig beiß ich stattdessen,
nur die eignen natürlich,
Wie sollt’s auch anders sein?

Verzerrten Gesichtes hin und her
geworfener Kopf, voller Schelte nur
meine Zunge für das, was ich da sag.

Achso bitterlich wünscht ich
zu Stillen diesen Durst, zu legen
den Hunger den seit Jahr und Tag –

Ich glaub‘, ich spür noch immer nichts.

Oberfläche

Sacht nur streife ich die Oberfläche
und fühle mich von Ihr angezogen.
So viele Merkmale, Punkte die
Markant, Bekannt erscheinen.

Greife Tiefer, hoffe auf Substanz
und finde Leere vor, Düsternis.
Ohnmächtig, auch nur zu Planen
ob eines nächsten Schrittes erstarrt.

Will abschütteln Was nun in der Brust
die nun in Sturm und Beben.
Glaub ich doch zu Wissen, Was mir steht.
Zu erkennen das ungebühr, Was ich tracht.

Splitterlauf

So laufe ich in einen neugeborenen Tag, noch voller Zuversicht,
beobachtend wie der Tag sich verhängt, mit düsteren Wolken geschützt
vor der Sonne, die gerade so leidig, unbeliebt ob der Gedanken.

Das Herz flattert in der Brust, gehalten in Ketten, unfähig
sich zu bewegen, wie es so sehr gewünscht, von Unsicherheit
in die Ecke getrieben, malträtiert, ob all der Faktoren.

In Splittern gesät ist mein Geist, hetzend hin und her
zwischen Düstern Wolken, Blauem Himmel und strahlend Sonne
erlebe ich meine Welt momentan in Farben, Grau sowie Schwarz.

Doch dann ballen sich die Fäuste, voller Schmerz im Gesicht,
Ohnmächtig doch, zu bestimmen, was geschehen soll, unfähig
zu erreichen, was so sehr gesehnt, umso mehr gewollt.

Tief Luft geholt, langsam ausgeatmet, die Maske gesetzt
mit einem Lächeln angegangen, was so Zweifelhaft begonnen
im steten Versuch, zu erreichen, was geplant.

Kaltes Feuer

Verbrennen will ich, alles was ich bekomme, in
meinem Brustkorb, auf meiner Zunge, unter meinen Fingern
soll dieser Moment Schmilzen wie eine Wachskerze, die Tropft.

Auf dein Schlüsselbein, will Auflösen
den Schmerz der Vergangenheit, will Weben neue
Teppiche für die kahlen Wände, die die Wut hinterließ.

Kaltes Feuer

Will doch eigentlich nichts Verpassen, und kann doch nur
Beobachten, Bewerten, welche Schritte ich tun kann
ohne zu Stolpern, ohne Schmerzen in der Brust.

Und so leuchtet jedes Abends eine Kerze, unauffällig
auf kleiner Flamme, um das Brennen zu spüren,
das ich so Vermiss‘, obwohl so Bunt beschrieben.