Todsünde

Ich erwache in den keimenden Tag
und spüre noch nichts von dem
Monster, das in seinem Käfig.

Schon lauernd mit gebleckten Zähnen
Mir unablässig entgegen brüllt
Was ich verzweifelt versuche
zu verstehen, diese Gedanken.

Gefährlich wirken die Schlüsse
die die Bestie zieht, verlockend
fast die Konsequenzen.

Doch was kann ich tun, gegen
das Argument der Faulheit
das jeden Fehler erklärte?

Verlust

Ohnmächtig geballter Fäuste steh ich
in der Düsternis und fühle wie alles
Langsam, fühlbar mir entgleitet.

Umfangen von lang gemissten Schwingen
schlumm’re ich wieder im Schatten
unfähig zu zeigen mein Gesicht.

Milde Lächelnd Heuchle ich Wohl,
dass alles Gut, was ich bin und in mir
ist doch nur Verachtung und Zweifel.

Unruhig also streift das Biest
mit gefletschten Reißern im Käfig
und plötzlich weiß ich nicht mehr
Wohin mit dem frischen Wissen.

Gedankenfäden

Ein schwarzes Loch im Kopf hänge ich an Fäden,
gespeist von den Gedanken, die mich Quälen
mit Katzblanker Klinge mich bedrohend.

Bin gefesselt von Bildern sachten Blutes
mit verzerrtem Gesicht aufgrund des gefühlten.

Puppetz

So quälend das Empfinden gegenüber meiner Tage
so ungewiss die Zukunft, erfüllt von Angst
zu Versagen, Ultimativ die Prognose.

Und die Gedanken an das Ende werden verführerisch
wie eh und je das Atelier der Verurteilung.

Freundschaft

Obschon ich mich sehe als Mensch der nicht in der Lage
mit Menschen umzugehen, sich unsicher fühlt gegenüber
fremden Gesichtern blicken, Sie dennoch beobachtend

hab ich einige wenige Augen auf mich gerichtet, unter
deren Urteil ich mich dennoch, obwhl unbekannt,
Wohl fühle, als Person, Existenz mit all Ihren Makeln

I need a friend

Ist diese Verbindung doch etwas, das ich eh vermisst,
nie gekannt, und doch vermeine, zu genießen
Blicke, die nicht Urteilen, Worte, die nicht Verletzen,

Menschen, die nicht Unwohl, deren Nähe nicht Verletzend,
deren Gedanken nicht gar zu Offen zu erkennen,
Gesichter, die zu Lesen nicht all zu notwendig.

Sehnsucht flüsternd

Gerad eben noch hör ich dich, die Färbung der Töne,
sauge ich auf wie ein Schwamm, was ich glaube, zu spüren
und male binnen Augenblicken ein Bild, das mir überraschend Bunt erscheint.

Sehnsucht

Unbedacht Detailiert meine Beobachtungen, kurze, heftige Regungen
in meiner Brust bebt ein kurzes Gefühl von Sehnsucht, füllend
die Ränder des Blickfelds mit Erkenntnis, die unerwartet.

Venlafaxin II | Fadenscheinig

So gehe ich in den neuegeborenen Tag, ausgeglichenen Geistes
und die Farben die ich sehe, sind Schwächer als sonst
weder Grell strahlend noch dunkel verblasst.

Und so stelle ich fest, das jedwede Empfindung im
Teich aus Watte abgefedert, mich nicht so sehr berührt
als das Sie Wellen schlüge, in diesem Meer aus Emotion.

Fadenscheinig

Wie Fäden ziehen die Ereignisse, die immer wieder
anstoßen mich, zum Straucheln bringen, zum Stolpern
aus meinem Geist, die mich meist in Schleifen dann fingen.

Doch nun verlieren sich die Fäden, die mich so halten
schon nach kurzer Zeit im Nichts, sodass Segen
und Fluch zugleich er ist, der Nebel, der mich wiegt.

Venlafaxin

Mit heißem Hinterkopf, trockenen Mundes bett ich die Gedanken in Watte
und übergebe mich einer Form von Schatten, die Jahrelang glaubte
nicht zu brauchen, der Überzeugung, Stark genug auf den Beinen zu sein.

Dämpft nun jede Empfindung die nicht über diese Schwelle kommt
der gewissen Leere, die alles mir abnimmt, was sonst würde
Qualen, so muss ich’s sehen, in den letzten Wochen.

Dicke, Düster wabernd Wolken, die mir die Sinne vernebelten
so gefährlich, das selbst der vorbeifahrende Zug verführte
all das Leid zu beenden, an dem ich so Substanzlos hänge.

Drum geb ich mein Gewicht in die Waage, gelassen beobachtend
wie sich die Gewichte verschieben, ob zum Guten oder Schlechten
wanken noch die Schalen, die mein Jetzt bestimmen.