Augenreichweite

Auch wenn ich eine Sehhilfe brauche, reichen meine Augen doch Weit
so Weit wie ich in jenen Momenten sehen kann, Schattierungen, Farben
erkenne ich noch, Diffus, aber gleichzeitig klar.

So sehe ich das Licht der Standlampe dieses einen Abends, im Schoß
der Musik gewogen den Kopf, gewispert den Text, der diesen Augenblick begleitet
dessen Text so Eindeutig, so Breitgefächert wie des Pfauen Kleides.

Drum sehe ich so Weit, wie es das Bild gerade erlaubt,
mit kräftigen Farben mal ich mir die Bilder, die mir eingehen, so Stark
die Emotionen, die mich überkommen, das Sie mich Trauern lassen.

Trauer über die Vergangenheit, die vergangen, die ich nicht mehr Halten kann,
und so Fest halte ich Sie, das ich eine Photographie für Blasphemie halte,
die, obschon Sie behielte, was ich zu Vergessen drohe, mir zu Schwach erscheint.

Viel zu Schwach, all die Emotionen einzufangen, die ich so Wertvoll hege,
in jeder Facette eines Lichts, der Schatten, der Gefühle und der Sprache
all der Körper, die ich gewesen bin, all der Leiber, die ich gesehen und begehrt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s