Geliebtes, Verhasstes Vieh

So sitz ich, Ausgeglichen, Ruhig, doch mit gefurchter Stirn vor meinem Tag
und will Ruhen, da rührt sich das Vieh wieder in mir, Tief im Innern
liegt es wieder in seinem Kokon, der die letzten Wochen Rissig gewesen

gebrüllt hat es, das Tier, voller Wut, Kraft und Schmerz
Beruhigen konnt ich es, Bannen durch die Mischung aus Nachgiebigkeit und
Nichtachtung, Kampf, Krampf und Zwiegespräch brachten es wieder in seine Schale

die hier und da immer wieder bricht und mich aus jeglicher Bahn wirft, sodass
ich stolpere, in die Arme der Schwarzen Bestie wanke, die den Tod mir wünscht,
der so Süß einstweilen Riecht wie der Honig aus den Bildern, die im Kokon entstehen

gewählt hab dieses Tier ich mir, da ich sonst nicht sein könnte, wie ich bin
in der quälenden Stille meiner Gewölbe, sind hier und da immer wieder Spuren
Kratzer in den Wänden meines Leibes, Lieder in der Luft meines Denkens

Drum lieb das Tier ich für seine Aufmerksamkeiten, seinen Charme und sein Tiefgang
sind doch mir Verhasst, da die Spuren des Biests unauslöschbar in mir zu Lesen

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