Leben

Leben ist Sinnlos.

Ich sitze in einem Dunklen Zimmer. Ohne Musik. Ohne ablenkende, mußeschwängernde oder Nutzlose Beschallung.

3 Kerzen, Regen, und das Klicken der Tasten, die langsam verschleißen.

Leben ist Sinnlos in so vielen Facetten. Arbeiten um Geld zu verdienen. Um sich Dinge leisten zu können, die einem vorgelebt, vorgeschwärmt, vorgegeben werden. Arbeiten um sich als Teil von etwas zu fühlen, das ein Teil wird, weil es alle machen. Arbeiten, um an etwas teilzuhaben, das im Kern so Sinnlos ist, das Sinn hineininterpretiert werden muss, damit es überhaupt Sinn macht. Aber alle machen es, also muss man es auch.

Und dann das Zwischenspiel. Das Zeit totschlagen. Das überbrücken. Die Hungerstrecken. Irgendetwas zu tun, damit die Zeit herumgeht, damit man all dem wieder nachgehen kann. Das überbrücken der Zeiten, damit irgendwann wieder die guten Zeiten folgen können. Aber alles in der Zeit, alles in Rythmen. Alles geplant, damit nichts Schiefgehen kann. Und so vieles muss noch erledigt werden.

So viele Dinge, die notwendig sind. So viele Dinge, die erwünscht sind. Die gewünscht werden. Bloß nicht im Regen stehen. Der macht Nass. Dabei ist es nötig, Nass zu werden, damit man akzeptiert wird. Im nächsten Tante-Emma-Laden. Denn das zeigt, das man sich bemüht hat, dort hin zu kommen. Und der Small-Talk. Damit der durch den Regen angestoßen werden kann. Angeekelt durch den Gestank der Klamotten, der Haare, durch den verschmutzten Regen. Verschmutzt von einem Leben, das gelebt werden muss, weil man sonst nicht lebt.

Und das Leben an sich. Ja, das Leben an sich. Sag Ja dazu. Denn wenn du Nein dazu sagst, ist das ja alles Sinnlos. Und Leben will man schließlich. Denn das tun ja alle. Leben um zu Leben um des Lebens willen, zu dem man nie eingeladen wurde. Keine Wahl, ob du Leben willst oder nicht – du musst jetzt. Denn jetzt ist die Zeit zu Leben. Und wenn du Sie verstreichen lässt, dann hast du nicht gelebt.

Also Leben wir. Auf der Überholspur. Denn langsam geht ja mal gar nicht. Und langsam waren wir zwar früher, aber wer will schon an frühere Zeiten erinnert werden? Als alles noch so Schwer war. Denn jetzt ist alles einfacher, wir haben uns das ja erarbeitet. Hart erarbeitet. Jeden Tag aufgestanden, mit einem Lächeln im Gesicht und auf diesen gesichtslosen Tag gefreut, in dem man nicht wahrgenommen wird – weil man womöglich noch kein Teil des ganzen war, aber unbedingt sein wollte. Und sein musste. Denn so ist es. Und nicht anders.

Und wozu das ganze? Wozu Leben? Um einen Sinn zu haben? Woher denn? Wer oder Was gibt einen Sinn? Ja, wer? Genau. Der oder diejenige, auf die man sein ganzes Leben wartet. Und so viele Enttäuschungen mittendrin. Bitterkeit und Erfahrung und Verletzung. Narben geschlachtet, geblutet und verkrustet. Aber jetzt ist man darüber hinweg. Denn man muss ja darüber hinweg kommen, denn sonst würde es ja mit diesem einen Menschen nicht funktionieren. Der sich dann auch als Patzer herausstellt. Denn letzten Endes sind Sie ja alle dieselben. Nichts für Ungut, Liebes. Du bist da natürlich anders. So viel anders als alle vor dir, deren Persönlichkeiten sich nur in dir allein widerspiegeln. Mit all ihren Widerwärtigkeiten und diesen kleinen, aber feinen Unterschieden die ich an dir so Liebe.
Das heißt, bis du mir wieder zuviel wirst. Oder ich dir.

Das ist Leben. Hurra.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s