Vergangenheitsform

Ich weiß nicht, ob es anderen auch so geht, aber mir kommt immer (mal) wieder der Gedanke an die Vergangenheit.

Da wird Rekapituliert. Was in der letzten Woche, den letzten Monaten, dem letzten Jahr, der letzten Weile passiert ist. Da wird Rezitiert, was man gesagt hat, was man hörte.
Die kleinen, feinen, im nachhinein so wichtigen Untertöne, an denen man glaubte, die Situationen, die Bedingungen, eben einfach alles erkennen zu können.

Und mit diesen Erinnerungen, dieser Vergangenheitsform, kommen auch immer wieder dieselben Fragen auf.

„Was wäre, wenn…?“
Und dabei geht es gar nicht mal nur um das „Hätte ich mir die dann bei einem Sturz das Genick gebrochen“ oder „hätte ich Sie doch Vögeln können“ Was-wäre, sondern um…ein intensiveres.

Ist es überhaupt legitim, im nachhinein zu sagen „ich hätte alles getan“? Ist das Wahr? Richtig?
Wie oft glaubt man, das alles so hätte richtig sein können, wenn man nicht dort stünde, wo man es zum Zeitpunkt der Frage tut? Woher kommt dieser Gedanke dann überhaupt? Macht es noch einen Sinn, wenn die Geschichte als solche, betrachtet als Kausalität und Ergebnis unweigerlich beendet ist, solche Gedanken zu denken?

Ist es dann nicht eigentlich in jedem Falle Besser so wie es gerade ist? Schließlich sind mit den Ereignissen, gleich ob Positiv, Negativ oder Neutral, auch Veränderungen in der Sichtweise dieser Situation, des Menschen oder gleich der ganzen Beziehung einhergegangen, nicht?

Wie kommt es dann, das man dann doch noch an etwas hängt, das man dann und wann doch verteufelt?
Gibt es einen, wenn ja, was ist der Grund für solche Fragen?

Sollte die Vergangenheit nicht in jeder Form ein in sich geschlossenes Konstrukt sein?

So oft schließen wir mit Dingen ab. Ob mit einer Entscheidung bezüglich einer Sache, die wir uns leisten, mit einer Entwicklung, die wir anstrebten oder die sich völlig spontan entwickelt.
Aber mit Beziehungen, mit Menschen in die wir Gedanken und Hoffnungen, Pläne und Sicherheiten setzten nicht.

Wo, frage ich, liegt dann der Sinn in Menschlichkeit? Immer wieder ans Gute Glauben und Stolpern, Bluten, Lächeln und weiter? Sicher ist man in keinem Falle, ob man Lächelt oder gerade Weint. Die Schatten verbirgt jeder. Vor sich selbst und gegenüber anderen.

Wo steckt dann der Sinn hinter gewagten Abenteuern? Des Kitzels wegen? Ist das im Leben tatsächlich so dringend notwendig?

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