Kopie

Und manchmal, da stehst du vorm Spiegel.
Siehst in dieses Gesicht und fragst dich:
»Wer bist du und was hast du mit mir gemacht!?«

Siehst in den Spiegel, betrachtest dieses einstweilen verhasste Gesicht,
und glaubst, dass du, dieses ich, manchmal einfach nur eine billige Kopie ist.

Eine Kopie deiner Träume. All dieser bunter Bilder, Gedanken und Gefühle, die
so Schwerelos waren in der Kindheit, so einfach waren noch vor ein paar Jahren.

All die Ziele die du hattest, deine guten Gedanken, die so großen, aber leichten Ziele
gerade mal halbherzig von dieser Schattengestalt hingenommen, abgeheftet, vergessen.

Dann siehst du in diese Augen, suchst nach Gefühlen, nach Anzeichen, nach Regungen,
nach den Zeichen eines Lebens, wie du es immer haben wolltest.
Wenigstens nach dem Willen es haben zu wollen.

Doch die Kopie selbst starrt dich nur an, Leer, unerfüllt, unbefriedigt, bitter.
Hämisch sieht sie sich um und kommentiert all das, was du dieser Tage zu verdrängen suchst.
Und zeigt dir, das selbst billige Kopien eiskalt und ehrlich sein können.

Was tust du da? Und was du mit mir gemacht? Was hast du aus mir gemacht? Warum?

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