Alleiniger Kontext

Da bist du nun, und siehst, du bist Allein.
Die Augen nach innen gerichtet, spürst du — nichts.
Nichts, das du in Worte fassen könntest, nichts, was du aussprechen würdest.

Menschen sind Kontextgebundene Wesen. Ohne Ankerpunkte, ohne Ecken, die sie streifen können um die Welt zu spüren sind sie verloren. Stolpern, bleiben sie stehen…
Also siehst du dich um. Du machst dich auf deinen Weg, schweifst ab, zu den Menschen, die du glaubst gekannt zu haben, und siehst sie an.
Du erinnerst dich. Du schmunzelst, runzelst deine Stirn, revidierst Gespräche, gibst Rat, murmelst ein „Guten Tag“.
Und dann siehst du, das es doch nicht alles genau so war, wie du es gerade noch sahst. Das alles nicht nur 2 Seiten hat. Da gibt es auch Kanten, die Scharf sind. Kanten, Worte, Gedanken, Gefühle, die dir Wehtaten. Die dir in den Arm schnitten.

Und doch akzeptierst du diese Spuren. Ein kleines, ein schnelles verächtliches Lächeln für diese Spur im Herzen, für die bittersüße Erfahrung, und du wendest dich wieder ab.
Wieder nur eine Nummer. Eine, die abgehakt ist. Und du siehst dich weiter um.
Betrachtest die Gruppen deiner angehörigkeit und stellst vielleicht ähnlichkeiten fest. Hier Ablenkung, dort Beschäftigung. Die Anker eines jeden Tages.

Und doch ist, irgendwie, irgendwo, manchmal, ein jeder Allein. Und alle erfreuen sich an der Maskerade der Kontexte.

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