Leerer Brief

Es ist jetzt Nachts.
Oder sehr Früh am Morgen.

Dies wird ein Leerer Brief.
Ein Brief, in dem ich erkläre, wie es mir jetzt gerade geht.
In dem ich dir (be)schreibe, was ich denke und fühle.
Gefühle. Etwas Schwieriges, wo ich doch eigentlich so Nüchtern und „Vernünftig“ bin. Gefühle, die man hat, wenn man für jemanden empfindet.
Keine einfache Sympathie die mit einem lächeln bedenkt, was man Toleriert.
Sondern Empfindungen wie Begierde. Die Frage »Was ist Begierde?«.

Begierde, oder Begehren, ist etwas sehr subtiles. Und ein Wort, das viel zu selten verwendet wird, finde ich.
Wenn ich jemanden Begehre, dann doch alles von ihm, oder nicht?
Die kleinen Leberflecken auf der Schulter, die runden Taillen – im legéren Pulli und Nackt im selben Sinne.
Begierde ist ein Gefühl, das etwas und doch alles will. Die Wärme eines Menschen, seine Nähe. Die Bestätigung, das man nicht nur Existiert, sondern »ist«. Das man lebt, fühlt, spürt und zu solchen Dingen (noch) fähig ist, nicht? Wenn man Begehrt, dann auch, Begehrt zu werden. Man wünscht sich, genommen zu werden. Nicht nur so, wie man ist. Sondern was man ist. Die Bestätigung, das man genau so Fehlerhaft, Un-perfekt, Eckig und Kratzig das ist, was der andere Mensch möchte. Was er braucht – und letzten Endes auch begehrt.

Eine kurze Beschreibung eines Wortes. Und der Definition, der gefühlvollen – nur einer von vielen – dahinter. Einer Erklärung meiner Welt, die, aus vielen Splittern auch in einem solchen Brief so bildlich beschrieben wie langgezogen wird.

Und doch ist dieser Brief Leer.

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Eine Antwort zu “Leerer Brief

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