Lippen

Ich sehe Lippen.
Und es sind die deinen.

Sie bewegen sich.
Beharrlich Öffnen sie sich, Formen sich, Schließen wieder.
Und was aus ihnen strömt!

Ein Lied jetzt, voll schöner Töne, so Alltäglich, und doch Chöre von Himmeln früher nie gekannt.
Dann doch voller Häme, triefend vor Verachtung und Hass all der Dinge, die dir so Müßig.

Hier formen sie Worte, die Lippen. Ganze Bauklötze von Bildern in deinem Kopf.
Dann wieder sind sie Träge und Faul, klecksend nur, wenn überhaupt, die bunten Farben deiner selbst.

Dort ziehen sie ein Lächeln durch den ganzen Tag. Strahlen und Zufrieden mit Dir und allem herum.
Dann wieder sind sie Still. Ein einziger Strich, der ganzen Welt zuschreiend, das Ruhe sein sollte.

Bei denen sind es Lippen. Sprachrohr nur für das, was du sprichst, tust, denkst und sagst.
Doch dann sind es Tore. Kleine Pforten in eine Welt, die betreten zu dürfen nur beneidet werden kann.

Deine Lippen, sie betrachtend, festzustellen das sie Sprachrohr, Farbkanone, Himmelschöre und Waffe zugleich sind – und doch so Süß wie Honig, obschon von Schwärmen bewacht, so verlockend – ein Moment,
der ewig währen sollte, so, wie Gedanken und Zweifel über die Töne, die über sie kommen, wenn wir sind.

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