Seelische Störungen die Zweite

Dieser Blogeintrag beschäftigt sich wieder mit Seelischen Störungen.
Diesmal möchte ich dem werten Leser ein paar Krankheiten näher bringen, indem ich sie von einem Wissenschaftlicheren Standpunkt beleuchte. Ich möchte auf die Ursachen, die Auswirkungen auf die Biologie und die Behandlungsmöglichkeiten eingehen.
Prinzipiell sind Psychische Erkrankungen auswirkung eines Schwankenden Hormonspiegels im Gehirn. Wie wir wissen sind Botenstoffe im Gehirn dafür verantwortlichen was und wie wir empfinden und fühlen.
Ihre Reizübertragung und -steuerung an den Synapsen regelt letztendlich wie wir Reize aufnehmen und verarbeiten.
Um es mal streng Wissenschaftlich zu betrachten.

Kommen wir zu einer der schwierigsten Diagnosen, die ich kenne:
Der Affektiven Schizophrenen Psychose.
Die Diagnose ist deshalb so schwierig, weil diese Krankheit unter anderem in Schüben verläuft.
Die Normale Welt mit ihren Logiken und Gesetzen wie ein Normaler Mensch sie kennt, existiert dann für einen Erkrankten nicht.
Ich durfte eine Frau kennen lernen die – wie sie mir erzählte – während eines Schubes der unumstößlichen Überzeugung ist, das jeder Mensch, den sie trifft ihr auf irgendeine erdenkliche Art und Weise Böses will. Ihr bester Freund, ein Arzt dem sie sonst vertraut, kam nicht an sie ran, als er bemerkte das sie einen Schub hat.
Wenn nicht gerade schon „Erfahren“ mit dieser Krankheit merkt der Leidende nicht, das er einen Schub hat, da sich „von jetzt auf nachher“ seine Weltansicht ändert und die Gesetze entsprechend seiner Ausprägung sich ändern.
Behandelt wird eine solche Störung mit verschiedensten Medikamenten. Und einer Therapie.
Diese ist aber Schwer durchzusetzen, weil eine Erfolgversprechende Therapie immer die Einsicht des Erkrankten vorraussetzt.
Das das bei einem Menschen, der eine Welt erlebt, die nicht durch ‚unsere‘ Logik zur klären ist, enorm Schwer sein kann, mag sich der geneigte Leser denken können.

Kommen wir zur nächsten Diagnose, einer die fälschlicherweise viel zu oft gestellt wird heutzutage:
die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung.
Jeder mag dieses Gefühl des Frischtverliebtseins kennen. Das Sirren im Magen, dieses Hochgefühl der unbändigen Energie, diese erhebend Gute Laune, diese Aufgewühltheit…
Ein ADHSler hat das ständig. Und es kann Belastend sein. Man verliert schnell die Konzentration. Wird schnell Lustlos und gelangweilt bei Aufgaben die einen nicht genug fordern oder Schwerfallen.
Gleichzeitig fällt es ADHSlern Schwer, Pläne selbst einzuhalten oder gewisse Regeln zu verinnerlichen, weil die scheinbare Sorglosigkeit immer wieder „dazwischenfunkt“.
Genau anders ist es im Gebiet der Interessen. Hyperaktive Menschen & Kinder Lernen dann sehr Schnell, prägen sich Details spielen leicht ein. Solche Menschen sind Intelligent und haben ein sehr gute Gedächtnis.
Aber weil sich Eltern & Allgemeinmediziner oft nicht genug mit diesem Thema beschäftigen wird ein Unruhiges Kind zu oft für Hyperaktivität erklärt und mit „Ritalin“ ruhig gestellt.
Hyperaktivität liegt an einem Dopaminüberschuss. Dopamin regelt & steuert unter anderem die Reizaufnahme im Gehirn. Wird nun ein Kind mit einem ’normalniedrigen‘ Dopaminspiegel mit einem Beruhigenden Mittel wie Ritalin behandelt können sich einige vorstellen, warum die Kinder plötzlich so „wunderbar“ Ruhig werden.
Behandelt werden kann Hyperaktivität wie bereits erwähnt mit sogenannten Sedativa oder einigen kleinen Kniffen im normalen Alltag.
Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch, das Hyperaktivität meistenteils über die Gene vererbt wird.
Auch, das viele Kinder häufig Hyperaktive Symptome zeigen – Jungen mehr als Mädchen – was sich allerdings zu ca. 80% (Schätzwert) mit Beenden der Pubertät ausschleicht.

Kommen wir nun zu einer Volkskrankheit:
Der (Major-)Depression.
Die Diagnose ist relativ Einfach, weil viele Symptome leicht zu erkennen sind, ungeachtet des Faktes, das es dem Erkrankten trotzdem schwer fällt es einzusehen wenn er Erkrankt ist.
Die häufigsten Symptome sind Rückzug aus dem Sozialen- und Privatleben, Lustlosigkeit sowohl Motivativ als auch Sexuell. Viele Depressiv erkrankte Beschreiben ihre Erkrankung oft als „Gefühl der Gefühllosigkeit“ was man sich als Außenstehender vielleicht so Besser vorstellen kann.
Einem Depressiv Kranken gehen die Fähigkeiten ab, sich über Dinge im Allgemeinen zu Freuen, er empfindet oft Trauer oder eben Gefühllosigkeit, was ihn nicht gerade Umgänglich für seine Umwelt macht.
Biochemisch betrachtet liegt das an einem Mangel verschiedener Botenstoffe: Serotonin, Noradrenalin und Endorphin.
Unter anderem haben diese Hormone die Aufgabe die Aufnahme von Positiven Reizen im Gehirn zu Steuern und zu Kontrollieren. Gibt es zuwenige davon, bleiben diese aus, wodurch die Mattigkeit und ähnliche Symptome erklärbar sind.
Behandelt werden diese Mängel mit sogenannten Antidepressiva die je nach Wirkstoff und -gruppe auf eines oder mehrere dieser Hormone einwirken und den Spiegel ausgleichen sollen.

Ich denke, das sollte erstmal einen relativ guten Einblick in diese Welt gegeben haben, und das jetzt vielleicht ein paar Menschen ein wenig mehr Verständnis für ihre Umwelt aufbringen können.
Abschließend sei noch Angemerkt, das -keine- Seelische Störung ohne eine gute Therapie – sagen wir Gedämpft – werden kann. Im normalen Sinne ‚geheilt‘ werden kann eine solche Erkrankung nur sehr Schwer bis gar nicht.
So far,
Aru

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Eine Antwort zu “Seelische Störungen die Zweite

  1. Das ist interessant, besonders die Affektiv Schizophrene Psychose (hoffe das ist Richtig). Ich habe mich schon immer gefragt, wie das passiert und wie es sich wohl anfühlen muss. Ich bin eine Emphatin, doch dies entzieht sich jeder mir gegebenen Gefühle. Ich meine, sollte es wirklich so sein, dass man eine Art Filmriss hat, wenn man springt (so nenn ich das mal) und woher weiß man, wer man eigentlich ist? Oder erkennt man die andere Seite, weil sie meist mit besonderen Zwängen oder Ängsten verbunden ist? Weiter frage ich mich, ob man vielleicht unter Hypnose alle erreichen könnte oder gar nur noch einen im Bewusstsein lassen könnte. Doch welche würde man dann wählen, wenn sie alle nicht bewusst existieren? Und was wenn sie sich dann nie vollständig fühlen würden, wie bei Zwillingen vielleicht? Sehr bewegend, vielen Dank, hierzu habe ich noch nicht viel gelesen und dein Beitrag wird das ändern.

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