Schattenlieder

•18. Januar 2012 • 2 Kommentare

So steh ich in dunklem Abend
Von Rabensschwingen umschmiegt
Lass ich zu, das Eisklingenwinde
das Gesicht mir härten
von Verzweiflung süßen Küssen trösten
und finde den Winter wieder,
verschlossen in ängstlichem Herz

Zweifelnde Furcht zögert,
blickt grimmig mir entgegen,
wetzt stummer Mimik die Klauen,
drohend mich zu übermannen,
während Zeit mir schmerzlich
quetscht die Brust, erschwert das Atmen
So harr ich, Opfer meiner selbst,
der Sonne, die in Hoffnung noch aufgeht

Stumm bin ich,
Wortlos bleiben muss ich, während
Zeit lahm kriechend,
Schneckenschleim gleich
mir ins fürchtende Herz,
langsam, Giftgleich lähmend mein Denken das
Sucht, irrt, nach Gründen,
sehnt Erfahrung, die es nicht hat, und doch
find, sollt Stumm ich bleiben…

Drum kommt, ihr Fehler!
Verachtenswerte Menschlichkeit, hab den Mut
mir wahrhaft zu nehmen was so mächtig du mir drohst.
So lass ich die Verzweiflung ihre Spuren ziehen…

Zu spät, zu spät flüstert irr das Herz,
während Schmerz tröstend es umfängt, bittersüße Worte malend,
von Düsternis und Dunkelheit,
und alles krampft sich,
traurig hinnehmend das dumpfe Geleit…

Investitionen

•2. Januar 2012 • 1 Kommentar

In einer Beziehhung muss man oft – um nicht zu sagen immer – Investieren.
Und das ohne zu Vergleichen.

Warum ohne zu Vergleichen? mag man sich da fragen.
Wenn man beginnt Gefälligkeiten, Charakterliche oder Materielle Investitionen zu vergleichen, wird es Unfair. Und das hat dann nichts mehr mit einer Emotionalen oder Vernünftigen Beziehung zu tun.

»Ich habe dies und das für dich getan – und Vergiss nicht, das noch auch noch „Fasel“ für dich gemacht hab!«
Diesen Satz halte ich für einen, der eine Beziehung innerhalb eines Augenschlags zerstören kann.

Wenn man bereit ist, in eine Beziehung zu investieren, dann sollte man das auch Freiwillig tun. Dem Partner das dann später vorzuhalten halte ich für Charakterschwach und Unfair.
Das, oder wie man Investiert hat, hat man schließlich aus eigenen Überzeugungen oder uneigennutz getan.
Da macht man ungefragt den Haushalt, bezahlt mal den gemeinsamen Kinobesuch, oder kümmert sich um Kinder, die nicht von einem selbst sind – aber warum tut man das?
In der Regel um dem Partner gefällig zu sein. Um später zum Schuss zu kommen.
Und man wurde von niemandem dazu gewzungen. Ich bin der Meinung, das man immer die Chance haben und ggf. nutzen sollte, Nein zu sagen. Auch wenn das vielleicht Stress oder Streit nach sich zieht – seinen Charakterstandpunkt sollte man auch halten.
Was zum Thema Kompromissbereitschaft führt. Wenn ich etwas tue, obwohl ich es eigentlich nicht will, liegt das entweder an meiner Kompromissbereitschaft – mich und meine Prinzipien der Situation zu beugen – oder aber es ist ein Fehler.

Man sollte von Anfang einer Beziehung an bedenken, wie weit man selbst bereit ist, Kompromisse einzugehen und wie groß diese sein können. Auch in Absprache mit dem Partner.
Immer im Dialog mit demjenigen, mit dem man die Beziehung führen will – ganz gleich ob Kinder, Tiere, oder spezielle Fetische eine Rolle spielen oder nicht.

Investieren tut jeder, tut man immer. Ob es mit Zurückhaltung zum einen Zeitpunkt, oder mit der Bezahlung einer Rechnung zu einem andern ist. Nur vergleichen und vorhalten sollte man nie.
Sonst macht man sich selbst und das, was man eigentlich nicht verlieren will, kaputt.

Ruhe

•28. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Glühende Dornen dieser Rose treiben in mein Herz,
Verdampfend die Tränen, die unter meinen Lidern ersticken,

Reißende Winde wüten in meinem Kopf,
zerschneiden in Kälte den zitternden Leib,

Dumpfe Betäubung umfällt mein Denken,
schmerzende Stille die im Innern sich ausbreitet

so steh ich in der Kammer, die, Kühl werdend,
um Ruhe mich anheischt, und ich schweige,
mit Respektvoll gesenktem Haupt

langsame Worte

•28. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Zähkriechend Worte ziehen langsam mir in die Brust,
krabbeln hinauf, an leichten Krallen sich hebend,
lähmen sie das Gehör,
Vergiften das Herz

langsame Worte trüben langsam die Augen,
kribbelnd im Kopf, an sichelnden Klauen sich haftend,
erbeben sie die Hände,
betäuben die Beine

so steh ich, erstarrt im Nebel,
und beobachte, wie all das vor mir flieht

Sie gehört mir

•21. Dezember 2011 • 2 Kommentare

Sie gehört mir!
Diese Welt, brach liegend fast,
von mir gefunden, plötzlich, obschon bekannt.

Sie gehört mir!
Ich war, es der die Triebe der Hoffnung gepflanzt,
die Samen der Lust eingebracht.

Sie gehört mir!
Ich bin es, der diese Welt erkundet,
voller Achtung und Staunen betrachtet.

Sie gehört mir!
Diese Statue, alt, fast gebrochen,
von mir nur erkannt, gewollt und gebannt.

Sie gehört mir!
habt sie nicht verdient, diese Blüten so zart,
habt verkommen lassen sie, ignorant und hart.

Sie gehört mir!
sollte nicht euch sein, dieses Buch, so Tief,
so voller Geschichten, Fantastisch und Klar.

Sie gehört mir!
…diese Welt.

Denken und bedacht

•20. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Besonnen betracht ich dich,
ein Gesicht, so Weich wie
mein Herz sein wünscht
Eindringlich seh ich in dich,
deine Augen, so Tief wie
meine Gefühle zu sein wünschen
Zitternd erdenk ich dich,
deinen Leib, so Warm wie
der meine zu sein wünscht
Scharf überdenk ich das,
so Logisch wie
mein Denken manchmal sein kann

und komm zum Schluss
Unvernunft ist das, was regiert
im Innern, gestützt von Säulen
die das Herz gehauen in den Stein
des Heißen Leibes, genährt
von Gedanken die ein Leben
sich Stricken aus den Fäden der Erfahrung

Augen

•14. Dezember 2011 • 2 Kommentare

Ich sehe in ein paar Augen,
groß, offen, gefühlvoll,
erkennen mich und lächeln

So bitt ich dich,
lass mich eintauchen in dieses
Meer von Gefühlen, wüsten Gedanken,
lass mich spüren die Wärme, die vom Herz kommt

Lass mich entdecken die Winterwinde aus dem Kopf,
mich umstreicheln von Schemen süßen Duftes,
mich kratzen von Schimären düst’ren Denkens,
lass mich finden die Korallen deiner Art
und Reiten mit den Haien deines Temperaments

So lass mich blicken, tief, in diese
Augen die mich sehen und erkennen

Lippen

•12. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Ein Dunkler Raum, Regen vorm Fenster,
spärlich erleuchtete Ecken seh ich dich,
deine Lippen still, deine Augen blicken voller Worte,
und du entschwebst in die Ferne, unerreichbar in diesem Raum
nur die Worte trennen uns
dann, Lippen, die sich bewegen, deine Worte ohne jeden Laut formen,
und Kälte umströmt uns, streichelt unsere Schultern, unsere Mitte
erglüht in einer Wärme die nicht von dieser Welt,
die Herzen, kurz vor der Verschmelzung, lassen spüren,
lassen hören, was unsere Lippen stumm uns rufen,
unsere Körper zitternd uns verlangen,
so vermiss ich dich, unendlich,
und suche deine Nähe, in den Räumen die Kalt, vom Regen umspült,
mich leiten durch das Licht dieser Herzen die sich rufen

Sehen

•12. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Ein paar großer Augen, Dunkel, Tief
Verletzlich, fragend blickend
Ziehen mich zu sich, bitten, zu hören,
was niemand aussprechen muss

flehend nach Wärme, der Berührung
von Herzen, mit Achtung entgegnet
der Schemen mir, mit Zuneigung
im Lächeln erstrahlt eine Sonne

im Raume, den noch nie ich geteilt,
so Warm und auch Voll die Brust,
in der Schwärme von Vögeln erheben
sich über die Erde, singend von Himmeln

die so stark sind gesehnt, ziehen in Brust
und verkrampfend den Bauch, erschüttern
das Bild, das gemalt ungekannt,
und bestätigen die Realität, die noch süß, unbekannt

Gesänge

•26. November 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

So sitz’ ich in dem Raum,
nur spärlich erhellt von Licht,
und mein Körper singt.

Die Brust flötet in hohen Tönen auf Gedanken die gedacht,
der Bauch singt im tiefen Bass ob der Gefühle, die da rasen,
der Kopf gibt den Takt, in dem die Brust sich wühlt,

so quellen meine Lippen über vor Worte,
doch nichts bringt Befriedigung dem Strom
der immer zu in der Körpermitte zerrt, genährt nur
vom Greinen des Herzens, vom Gesang des Bauches.

 
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